Anwaltskanzlei Hentschel & Lau

Aktuelles

08.09.2011
Gebrauchsanweisung für Rechtsanwälte
Hier finden Sie eine "Gebrauchsanweisung für Rechtsanwälte", die wir mit freundlicher Genehmigung der RAe Janke und Kloth für Sie in unsere Homepage integriert haben
(download PDF, Größe 2 MB)
Link
08.09.2011
Pfändungschutz für Kontoguthaben und Verrechnungsschutz für Sozialleistungen neu geregelt
Ab dem 01.01.1012 wird Pfändungsschutz für Kontoguthaben und Verrechnungsschutz für Sozialleistungen und Kindergeld nur noch für Pfändungsschutzkonten nach § 850 k ZPO in der Fassung des Gesetzes zur Reform des Kontopfändungsschutzes vom 07.07.2009 gewährt.

Dies bedeutet: Fallis Ihr Girokonto bereits gepfändet ist oder Sie eine Kontopfändung erwarten und Ihr Konto noch nicht als P-Konto geführt wird, sprechen Sie bitte Ihre Bank oder Sparkasse wegen weiterer Informationen an, um Pfändungen oder Verrechnungen zu vermeiden.
02.08.2011
Polizeiliche Videoüberwachung rechtswidrig
Mit Urteil vom 14.07.2011 hat das Verwaltungsgericht Hannover die polizeiliche Videoüberwachung in Hannover weitestgehend für rechtswidrig erklärt (Az: 10 A 5452/10).
In der von unserer Kanzlei vertretenen Klage hatte der Kläger geltend gemacht, die von der Polizei mit über 70 Kameras praktizierte Videoüberwachung in Hannover verstoße gegen sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Dem ist das Gericht gefolgt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
http://www.dbovg.niedersachsen.de/Entscheidung.asp?Ind=05200201000545210%20A
08.06.2011
Neue Freibeträge für Beratungs- und Prozesskostenhilfe
Ab dem 30.03.2011 gelten bundesweit bei der Beratungs- und der Prozesskostenhilfe die folgenden neuen Ecksätze für die Freibeträge:

Einkommensfreibetrag für Rechtssuchende: 400,00 EUR
Freibetrag, falls Rechtssuchender erwerbstätig ist: 182,00 EUR

Unterhaltsfreibetrag für jede weitere Person, der auf Grund gesetzlicher Unterhaltspflicht Unterhalt geleistet wird:

Erwachsene: 320,00 EUR
Jugendliche vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres: 316,00 EUR
Kinder vom Beginn des 6. bis zur Vollendung des 14. Lebesnjahres: 276,00 EUR
Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres: 237,00 EUR,



17.04.2011
Hinweis auf neue interessante Veranstaltungen!
Wir haben unsere Veranstaltungshinweise aktualisiert. Werfen Sie doch einen Blick darauf.

Klicken Sie einfach oben rechts auf den Button Veranstaltungen
31.03.2011
Reform des SGB II ("Hartz-IV-Reform")
Zum 01.04.2011 treten die Neuregelungen des SGB II in Kraft. es wird u.a. der Regelsatz für erwachsene alleinstehende Leistungsbezieher um 5,00 EUR angehoben. Ob die Ermittlung des neuen Regelsatzes den Vorgaben des Bundesverfassungserichts entspricht, ist zumindest zweifelhaft.

Wir empfehlen Ihnen daher, gegen die Bescheide, mit denen der neue Regelsatz bewilligt wird, innerhalb der Widerspruchsfrist vorzugehen und Widerspruch zu erheben bzw. durch uns erheben zu lassen.

Weiter weisen wir darauf hin, dass derzeit bei der Prüfung, ob Heizkostennachzahlungen für das Jahr 2010 durch die Behörde übernommen werden, der falsche Heizkostenspiegel angewandt wird, nämlich der für das Jahr 2009. Der Heizkostenspiegel für das Jahr 2010 liegt noch nicht vor. auch insoweit sollten Sie gegen Bescheide, in denen eine Übernahme der Nachzahlung ganz oder teilweise abgelehnt wird, Widerspruch erheben.

Überprüfungsanträge für SGB II-Bescheide können nunmehr nicht mehr für die vergangenen 4 Jahre, sondern nur noch für 1 Jahr rückwirkend gestellt werden.

Sofern Sie zu den neuen Bescheiden Fragen haben, besorgen Sie sich bitte einen Berechtigungsschein bei dem örtlich zuständigen Amtsgericht und sprechen Sie dann gerne bei uns vor.


05.11.2010
Eröffnung der neuen Kanzleiausstellung
Am 18.11.2010 eröffnen wir unsere neue Kanzleiausstellung mit Bildern der Göttinger Kunstpädagogin Ute Wieder.
Der von Ute Wieder vertretene kunstpädagogische Anspruch auf Kreativität als einen prozessorientierten Akt des Erfindens, des Neuschaffens und sich Befreiens von Vorgaben und Vorlagen prägt auch die eigenen künstlerischen Arbeiten seit den 80er Jahre.
In dieser Ausstellung ist Malerei der letzten drei Jahre vertreten.
Nehmen Sie sich bei Ihrem nächsten Kanzleitermin etwas mehr Zeit mit, um die Bilder auf sich wirken zu lassen.
03.11.2010
Gesteigerte Anforderungen an rentenversicherungspflichtige Erziehertätigkeit
Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) hat dem für eine Mandantin erhobenen Widerspruch gegen die Einstufung als rentenversicherungspflichtige Erzieherin im Sinne des § 2 Abs.1 Nr.1 SGB VI abgeholfen. Dazu wird ausgeführt, dass, wer nach Art und Umfang der Tätigkeit keinen prägenden Einfluss auf die Entwicklung Minderjähriger ausübt, auch kein rentenversicherungspflichtiger Erzieher sei.
Von dieser Rechtslage können in der Betreuung Beschäftigte ohne qualifizierenden Berufsabschluss profitieren, die weder besondere Fähigkeiten spezifischen Wissensinhaltes vermitteln noch mehr als geringfügig in der Kindesbetreuung tätig sind. Im Fall berechtigter Zweifel an der Einstufung einer Betreuung als Erziehertätigkeit kann das Vorgehen gegen die DRV Erfolg versprechend sein.
Hierzu beraten wir Sie gerne.
30.10.2010
Landgericht Göttingen verurteilt Sozialamt zu Schadensersatz an "Hartz IV-Bezieherin"

In einem vor dem Landgericht Göttingen anhängig gemachten Verfahren ist der Landkreis Göttingen zur Zahlung von Schadensersatz an eine "Hartz IV-Bezieherin" verurteilt worden. Der zu ersetzende Schaden bestand in den Kosten eines gerichtlichen Mahnverfahrens gegen die Leistungsbezieherin. Sie hatte ihre Betriebskostennachzahlung nicht fristgerecht an den Vermieter überwiesen. Ihren zuvor gestellten Antrag auf Übernahme der Nachzahlung hatte die Stadt Göttingen zu Unrecht abgelehnt. Bis dies mittels Widerspruchsverfahren geklärt war, hatte der Vermieter schon die Geduld verloren und das gerichtliche Mahnverfahren gegen sie eingeleitet.

Das Landgericht Göttingen hat in seinem Urteil klargestellt, dass, sofern berechtigte Ansprüche gegenüber dem Leistungsträger bestehen und dieser gegenüber der außergerichtlichen Geltendmachung nicht reagiert, darin eine zur Klage berechtigende endgültige Leistungsverweigerung zu sehen ist.

Wir sehen in dem Urteil eine Stärkung der Rechtsschutzmöglichkeiten der Empfänger von Leistungen nach dem SGB II. In Fällen, in denen durch unrechtmäßiges Vorenthalten von Leistungen durch den Träger der Grundsicherung Folgekosten entstanden sind, kann entsprechend des Urteils die Einleitung eines Amtshaftungsverfahrens erfolgversprechend sein, um diese Folgekosten gegenüber dem Leistungsträger als Schadensersatz geltend zu machen.

(Landgericht Göttingen, AZ: 4 O 29/10)

02.06.2010
Flüchtlingsanerkennung für syrische Kurden
Das VG Chemnitz hat am 25.03.2010 einer von uns vertretenen Familie syrischer Kurden die Flüchtlingseigenschaft nach § 60 Abs.1 AufenthG zugesprochen, weil nach der Urteilsbegründung im Falle einer Rückkehr eine Verfolgungsgefahr wegen der illegalen Ausreise aus Syrien und der Asylantragstellung in der BRD besteht.

Das Urteil (A 5 K 460/06) ist auf der Seite www.asyl.net unter den Länderberichten "Syrien" veröffentlicht. Das Urteil ist rechtskräftig.
04.02.2010
Neues zur Warmwasserpauschale
Einzelnen aktuellen SGB II-Leistungsbescheiden der Stadt Göttingen (für den Landkreis Göttingen) ist zu entnehmen, dss nunmehr die Abzugsbeträge für die Warmwasserzubereitung der Rechtsprechung des BSG und des SG Hildeheim angepasst werden.

Es wird zugleich angekündigt, die verringerten Beträge bis zum September 2009 rückwirkend zu berücksichtigen und sich daraus ergebende Beträge nachzuzahlen.

Für Rückfragen stehen wir nach Terminsvereinbarung gern zur Verfügung.
06.01.2010
SGB II: Beiträge für eine private Kranken- und Pflegeversicherung sind in voller Höhe zu bewilligen
Das LSG Niedersachsen-Bremen hat mit Beschluss vom 03.12.2009 (L 15 AS 1048/09 ER) entschieden, dass der SGB II-Leistungsträger die Kosten für eine private Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe zu bewilligen hat, weil es die gesetzlich vorgesehene Bezuschussung lediglich in der Höhe einer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für verfassungswidrig hält.
22.10.2009
BSG: Pauschalierung der Heizkosten ist rechtswidrig
Das BSG hat in einem Urteil vom 02.07.2009 entschieden, dass die Pauschalierung der Heizkosten im Leistungsrecht des SGB II unzulässig ist (B 14 AS 36/08 R).
Die Angemessenheit der Heizkosten sei grundsätzlich getrennt von der Prüfung der Angemessenheit der Unterkunftskosten durchzuführen.
Damit hat sich einmal mehr höchstrichterlich die Praxis des Landkreises Göttingen in SGB II-Verfahren als rechtswidrig heraus gestellt.
22.10.2009
Warmwasserkosten - zu hohe Abzugsbeträge
Nach einer Entscheidung des SG Hildesheim vom 11.08.2009 (S 26 AS 957/09) sind die Beträge, die die Behörden den Beziehern von SGB II-Leistungen aus dem Regelsatz für die Zubereitung von Warmwasser abziehen, zu hoch.

Es dürfen je nach Lebensalter und Personenzahl lediglich zwischen 6,47 EUR und 3,88 EUR angerechnet werden.

Widerspruch und Klage mit Prozesskostenhilfeantrag haben hohe Erfolgsaussichten.

Sprechen Sie uns an, damit wir für Sie tätig werden können.
06.07.2009
Bundesverfassungsgericht: Beratungshilfe bei Widersprüchen gegen Hartz IV Bescheide
Das Bundesverfassungsgericht hat am 11.05.2009 entschieden, dass Hartz-IV-Beziehern die Gewährung  von Beratungshilfe nicht mit der Begründung verweigert werden darf, dass sie sich bei der Behörde, die den anzufechtenden Bescheid erlassen hat, hinsichtlich der Erfolgsaussicht eines Widerspruchs beraten lassen könnten. Dies sei unzumutbar
(BVerfG, Beschluss vom 11.05.2009 - 1 BvR 1517/08).

Sollte Ihnen das Amtsgericht einen Berechtigungsschein mit Hinweis auf die Beratungspflicht der Leistungsbehörde verweigern, können Sie diesen im Wege der Erinnerung erhalten.
05.06.2009
Unzulässiger Hartz IV-Abzug für Kücheneinrichtung
Mit Urteil vom 7. Mai 2009 hat das Bundessozialgericht entschieden, dass Hartz IV-Empfängern, die eine Wohnung mit Kücheneinrichtung gemietet haben, hierfür kein Betrag aus der Regelleistung abgezogen werden darf.
(BSG Urteil v. 07.05.2009, Az: B 14 AS 14/08 R)
05.06.2009
Versammlungsauflagen größtenteils rechtswidrig
Das Verwaltungsgericht Göttingen hat in einem von unserer Kanzlei geführten Verfahren erneut einen von der Stadt Göttingen erlassenen Auflagenbescheid in wesentlichen Teilen für rechtswidrig erklärt.
Insbesondere die detaillierten Vorgaben zur Größe und Beschaffenheit von Transparenten, Trageschildern und -stangen verstießen gegen das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit.
(VG Göttingen, Urt. v. 22.04.2009, Az: 1 A 355/07)
04.03.2009
Rechtsanwalt Hentschel jetzt "Fachanwalt für Arbeitsrecht"
Die Rechtsanwaltskammer Braunschweig hat Rechtsanwalt Hentschel den Titel "Fachanwalt für Arbeitsrecht" verliehen. Vorausgegangen ist ein intensiver Speziallehrgang sowie der Nachweis über die besondere fachliche Qualifikation und berufliche Erfahrung auf dem Gebiet des Arbeitsrechts.
Der Titel macht darüber hinaus die fachliche Ausrichtung des Rechtsanwalts deutlich. Gleiches gilt für Rechtsanwalt Lau, der den Titel "Fachanwalt für Sozialrecht" trägt.
Die Fachanwaltsbezeichnungen bedeuten allerdings nicht, dass die anwaltliche Tätigkeit nunmehr auf das Arbeits- und Sozialrecht begrenzt ist. Die weiteren im Profil genannten Spezialgebiete bleiben bestehen.
Unsere Kanzlei ist eingebunden in ein Netzwerk kompetenter Anwältinnen und Anwälte. Bei Fragen zu Rechtsgebieten, die nicht von unserer Kanzlei abgedeckt werden, verweisen wir Sie gerne an einen kompetenten Kollegen / eine kompetente Kollegin.
02.12.2008
Ausstellung "Jazzportraits"
Am 28.11.2008 haben wir im Rahmen eines Empfangs für Mandanten und befreundete Institutionen die neue Ausstellung in unseren Büroräumen eröffnet.

Helmut Dettmann zeigt faszinierende Fotografien verschiedener Musiker, die in den vergangenen Jahren auf dem Jazzfest in Göttingen das Publikum in ihren Bann gezogen und begeistert haben.

Schauen Sie herein und lassen auch Sie sich begeistern!
04.11.2008
Hartz IV: Rechtsanwalt in der Regel notwendig
Das Sozialgericht Hildesheim hat in einer weiteren Entscheidung vom 24.10.2008 entschieden, dass die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts im Widerspruchsverfahren in der Regel notwendig ist (AZ: S 12 SF 126/06). Dies gelte immer dann, wenn es im Widerspruchsverfahren auf Rechtsfragen ankomme, was in aller Regel der Fall ist.
In dem von unserer Kanzlei vertretenen Fall hatte die Leistungsbehörde sich auf den Standpunkt gestellt, die Leistungsbezieherin habe selber Widerspruch einlegen können, zumal sie -Monat für Monat- nur wenige EURO Leistungen zu wenig erhalten habe. Die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts sei nicht notwendig gewesen. Sie müsse daher die Rechtsanwaltskosten selber tragen, obwohl sie das Widerspruchsverfahren gewonnen habe. Das Gericht erteilte dieser Argumentation unter Berufung auf die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts eine Absage und verurteilte den Landkreis Göttingen zur Zahlung der in dem erfolgreichen Widerspruchsverfahren entstandenen Rechtsanwaltskosten.
31.10.2008
Hartz-IV-Regelsätze vor dem Bundesverfassungsgericht
Nach Ansicht des Hessischen Landessozialgerichts decken die Regelsätze des SGB II nicht das sozio-kulturelle Existenzminimum insbesondere von Familien und Kindern.

Das LSG Hessen hat daher am 29.10.2008 beschlossen, die Frage der Vereinbarkeit der Regelsätze mit dem Grundgesetz dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorzulegen.
(LSG Hessen L 6 AS 336/07)
16.10.2008
Kindergeld: Nachweis der Ausbildungsplatzsuche
Die Meldung eines ausbildungssuchenden volljährigen Kindes bei der Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit dient regelmäßig als Nachweis dafür, dass es sich ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht. Die Meldung wirkt jedoch nur 3 Monate fort. Danach muss sich das Kind erneut als ausbildungsplatzsuchend melden, ansonsten entfällt der Kindergeldanspruch (Bundesfinanzhof, Urteil vom 19.06.2008, AZ: III R 66/05).
26.09.2008
Rechtsanwalt Lau jetzt Fachanwalt für Sozialrecht
Mit Urkunde vom 18.09.2008 hat die Rechtsanwaltskammer Braunschweig Herrn Rechtsanwalt Lau die Führung der Bezeichnung "Fachanwalt für Sozialrecht" gestattet, nachdem er sowohl die theoretischen Kenntnisse als auch den hierfür erforderlichen Schwerpunkt der anwaltlichen Tätigkeit nachgewiesen hat.
19.09.2008
Hartz IV: Rechtsanwalt in der Regel notwendig
Das Sozialgericht Hildesheim hat auch in einer neuen Entscheidung vom 25.08.2008 geurteilt, dass die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts im Widerspruchsverfahren in der Regel notwendig ist (AZ: S 12 SF 104/06). Dies gelte immer dann, wenn es im Widerspruchsverfahren auf Rechtsfragen ankomme, was in aller Regel der Fall ist.
In dem von unserer Kanzlei vertretenen Fall hatte die Leistungsbehörde sich auf den Standpunkt gestellt, aufgrund der allgemeinen Beratungspflicht von Behörden habe der Widerspruchsführer alleine gegen den fehlerhaften Bescheid vorgehen müssen. Die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts sei nicht notwendig gewesen. Er müsse daher die Rechtsanwaltskosten selber tragen, obwohl er das Widerspruchsverfahren gewonnen habe. Das Gericht erteilte dieser Argumentation unter Berufung auf die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts eine Absage und verurteilte den Landkreis Göttingen zur Zahlung der in dem erfolgreichen Widerspruchsverfahren entstandenen Rechtsanwaltskosten.
12.09.2008
Hartz IV: Wichtiges Urteil zur Kindergeldanrechnung erstritten
Mit Urteil vom 22.08.2008 hat das Sozialgericht Hildesheim entschieden, dass das Kindergeld jeweils demjenigen minderjährigen Kind in konkreter Höhe zugerechnet wird, welches das Kindergeld erhält (SG Hildesheim, AZ: S 13 AS 236/06).
Gemäß § 11 Abs. 1 S. 3 SGB II ist das Kindergeld Einkommen des minderjährigen Kindes, soweit es zur Sicherung des Lebensunterhaltes benötigt wird.
Die Höhe des Kindergeldes beträgt für die ersten drei Kinder 154 € und ab dem vierten Kind 179 €. In dem von unserer Kanzlei vertretenen Fall hatte der Leistungsträger das Kindergeld für die 4 Kinder durch vier geteilt (= 160,25 € pro Person). Hierdurch ergab sich aufgrund der spezifischen Fallkonstellation, dass die Gesamtleistung geringer war, als wenn den ersten drei Kindern 154 € und dem vierten Kind 179 € zugerechnet worden wären.
Das Gericht hat ausgeführt, dass es sich bei Kindergeld um einen Individualanspruch handelt, der jedem Leistungsbezieher einzeln zuzurechnen ist.
Zu der entschiedenen Rechtsfrage ist keine Entscheidung eines anderen Gerichts bekannt, so dass sie bundesweite Bedeutung hat. Das Sozialgericht hat daher die Berufung zugelassen. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.
19.06.2008
Neue Entscheidungen des BSG für SGB II Empfänger
Das BSG hat am 18.06.2008 entschieden, dass Bewohner von Wohngemeinschaften genau so hohe Unterkunftskosten beanspruchen können, wie ALG II-Bezieher, die allein wohnen. Einige ARGEn haben bisher WG-Bewohner wie Mitglieder eines Mehr-Personen-Haushalts behandelt und lediglich Teile der Unterkunftskosten bewilligt. (B 14/11b AS 61/06 R).

Ausserdem hat das BSG festgestellt, dass die Anrechnung einer häuslichen Ersparnis während eines stationären Krankenhausaufenthaltes zumindest bis zum 31.12.2007 keine Rechtsgrundlage findet, also rechtswidrig ist. Ab dem 01.01.2008 gibt es zwar eine Rechtsverordnung, die die Anrechnuing ermöglicht, das BSG liess jedoch "erhebliche Bedenken" an der Rechtmäßigkeit dieser  Verordnung durchblicken. Es sollte also weiterhin der Rechtsweg gegen entsprechende  Bescheide bestritten werden. (B 14 AS 22/07 R und B 14 AS 46/07 R).
20.12.2007
Ausländer- und Asylrecht


Rückwirkend zum 01.01.2006 sind die Vorschriften über den Bezug von Kindergeld, Erziehungsgeld (jetzt: Elterngeld) und Unterhaltsvorschuss neu geregelt worden, nachdem das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber hierzu mit Beschluss vom 06.07.2004 verpflichtet hatte. Der Kreis der Leistungsberechtigten ist deutlich erweitert worden. Auch die  Neuregelung liegt allerdings wieder  dem Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung der  Verfassungsmäßigkeit  vor.  Wir  werden  Sie informieren, sobald hierzu eine Entscheidung ergangen ist.

Endlich ist die unerträgliche Ungleichbehandlung von Leistungsbeziehern nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und Beziehern von Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) und SGB XII (Sozialhilfe) durch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts für den Fall des Bezugs von Schmerzensgeld beseitigt worden: Auch AsylbLG-Bezieher dürfen das Schmerzensgeld nun anrechnungsfrei behalten und müssen es nicht mehr vorrangig vor den statlichen Leistungen zur Bestreitung des Lebensunterhalts einsetzen (Beschluss vom 11.07.2006).

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seine Entscheidungspraxis für Christen, Yeziden und Mandäer aus dem Irak geändert: Für alle genannten Gruppen wird nunmehr eine nichtstaatliche Gruppenverfolgung angenommen.

Es wird in jedem Einzelfall geprüft, ob eine innerstaatliche Fluchtalternative vorliegt. Dies wird landesweit wie auch individuell geprüft, kommt jedoch allenfalls im Nord-Irak, also der früheren Schutzzone in Betracht. Eine innerstaatliche Fluchtalternative kann gegeben sein, wenn familiäre Beziehungen oder Stammesverbindungen vorhanden sind.

Diese Entscheidung kann sich positiv für bisher abgelehnte Personen auswirken, die einer der genannten Gruppen angehören, aber auch Auswirkungen auf noch nicht abgeschlossene Widerrufsverfahren haben.

Sofern Sie einer der genannten Gruppen angehören, sprechen Sie uns an. Wir prüfen gern, ob Sie von dieser Änderung profitieren können.

30.11.2007
Ausstellung "JULIA"

Am 23.11.2007 haben wir das einjährige Kanzleijubiläum gefeiert und aus diesem Anlass die Ausstellung "JULIA" eröffnet.

Die Künstlerin Julia Reiprich hat hierzu zahlreiche Bilder in unseren Räumen ausgestellt,

"Julias Bilder verbreiten ein sanftes Strahlen und schaffen sinnlich leuchtende Flächen."

Wenn Sie wollen, schauen Sie herein und lassen sich von den Bildern verzaubern.

15.10.2007
Kindergeld

Die Neuregelung des Bundeskindergeldgesetzes, die nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts notwendig geworden war, liegt erneut dem Bundesverfassungsgericht zur Überprüfung vor. Das Finanzgericht Köln (10 K 1690/07) hat dem Verfassungsgericht die Neuregelung zur Überprüfung vorgelegt, weil es wiederum eine grundgesetzwidrige Ungleichbehandlung zwischen Ausländern mit humanitärem Aufenthaltstitel und Ausländern  mit anderem Ausfenthaltstitel für möglich hält, die dazu führt, dass für die Erstgenannten der Bezug des Kindergelds zusätzliche Voraussetzungen verlangt. Wir raten jedem Betroffenen, gegen einen ablehnenden Kindergeldbescheid Widerspruch zu erheben, ggf. zu klagen und das Verfahren sodann bis zu einer Entscheidung des Verfassungsgerichts aussetzen bzw. ruhen zu lassen.

15.10.2007
Sozialrecht

Empfängern von Arbeitslosengeld II, die sich zum stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus befinden, wird für die Dauer des Aufenthalts die sog. häusliche Ersparnis vom Regelsatz abgezogen.

Das Niedersächsische LSG hat entschieden, dass dies rechtswidrig ist und eine Einbehaltung von Leistungen nicht erfolgen darf.

Derzeit liegt die Frage, ob die Leistungskürzung um den Betrag der sog. häuslichen Ersparnis rechtmäßig oder rechtswidrig ist, dem Bundessozialgericht zur Prüfung vor.

Wir raten jedem, der von dieser Praxis betroffen ist, dazu, gegen die Leistungskürzung Widerspruch zu erheben und ggf. den Klageweg zu beschreiten, um sich die Ansprüche zu sichern.

15.10.2007
Mietrecht

Erneut hat der BGH sich zu einer mietvertraglichen Klausel aus dem Bereich "Schönheitsreparaturen" geäußert: In einer Entscheidung vom 26.09.2007 wurde die Unwirksamkeit einer sog. Quotenabgeltungsklausel festgestellt, wonach der Mieter einen bestimmten Prozentsatz an Renovierungskosten zu tragen hat, ohne dass der tatsächliche Zustand der Wohnräume beachtet wird (BGH VIII ZR 143/06).

Mit dieser Entscheidung setzt der BGH die Rechtsprechung zur Unwirksamkeit von sog. "starren" Renovierungsklauseln konsequent fort.

Sofern Sie meinen, von dieser Rechtsprechung betroffen zu sein, fragen Sie uns, ob auch die Regelungen in Ihrem Mietvertrag Bestand haben oder unwirksam sind.

22.03.2007
Sozialrecht
Mit Beschluss vom 23.11.2006 hat das Bundessozialgericht entschieden, dass die Höhe der Regelleistungen des SGB II (Arbeitslosengeld II) nicht verfassungswidrig ist.

Die ersten Entscheidungen des Bundessozialgerichts zu Rechtsfragen aus dem Bereich des seit dem 01.01.2005 geltenden SGB II wurden am 07.11.2006 verkündet. Sie befassen sich mit Fragen der Angemessenheit der Unterkunft bei Miet- und Eigentumswohnungen und eigengenutzten Hausgrundstücken und mit den Kosten der Ausübung des Umgangsrechts mit Kindern.

22.03.2007
Mietrecht

Betriebskosten müssen innerhalb der Jahresfrist des § 556 Abs.3 S.2 BGB formell ordnungsgemäß gegenüber dem Mieter abgerechnet sein, um einen Nachzahlungsanspruch des Vermieters auszulösen. Dies ist nicht der Fall, wenn die Abrechnung falsche Flächengrößen und eine falsche Verteilung einzelner Kostenarten enthält (AG Neukölln vom 22.06.2006).

Die formularvertragliche Beteiligung des Mieters einer Erdgeschosswohnung an den Aufzugskosten benachteiligt diesen nicht unangemessen (BGH vom 20.09.2006).

für weitere Infomationen klicken Sie bitte hier

webdesign by goemedia & ittc